Neue Wege in der Behandlung chronisch kranker Patienten

Tumorschmerz

Tumorschmerzen sind Schmerzen, die in Zusammenhang mit Raumforderungen bzw. Tumor- oder Krebserkrankungen ausgelöst werden.

Jährlich erkranken in Deutschland 500.000 Menschen an einem Tumorleiden. Schmerzen können in allen Krankheitsstadien auftreten. Bei der Erstdiagnose leiden circa ein Drittel und im fortgeschrittenen Stadium bis zu 90% der Betroffenen an Schmerzen.

Die Ursachen für Schmerzen im Zusammenhang mit Krebserkrankungen sind vielfältig. In 60-90% sind es tumorbedinge Schmerzen, die verursacht werden durch den wachsenden Tumor, der das umliegende Gewebe und Nerven verdrängt und reizt.

Bei ca. 25% der Betroffenen sind es Schmerzen, die als Folge der Krebsbehandlung ausgelöst und unterhalten werden, z. B. die sehr schmerzhaften Schleimhautentzündungen im Rahmen von Chemotherapien. Bei knapp 10% der Menschen mit einem Tumorleiden können Schmerzen auftreten, die in keinem direkten Zusammenhang mit der Krebserkrankung stehen, z.B. Migräneschmerzen.

Darüber hinaus können auch psychische (seelische), soziale (die Umwelt betreffende) und spirituelle Einflussfaktoren Auswirkungen auf Schmerzen in Zusammenhang mit Krebserkrankungen haben.

Ziel der Schmerzbehandlung ist eine Schmerz- und Beschwerdelinderung, die möglichst nebenwirkungsarm sein sollte. Ferner sollte sie dem Patienten dazu verhelfen, ein trotz der Erkrankung weitgehend normales Leben zu führen.

1986 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Behandlungsplan für den Krebsschmerz entwickelt, das sogenannte WHO- Stufenschema, das sich bis heute in der Schmerzpraxis bewährt und bei mehr als 90% der Patienten die Tumorschmerzen zufriedenstellend lindern kann.

Ursprünglich enthielt das Schema drei Medikamentenstufen, beginnend mit den Nicht-Opiod-Schmerzmitteln (z.B. Ibuprofen, Dicloenac, Metamizol), gefolgt von Stufe zwei, den mittelpotenten Opioiden (z.B. Tramadol und Tilidin) und der Stufe drei mir den starken Opioiden (z.B. Morphin, Oxycodon). Heute werden vier Stufen der Therapie unterschieden.

Die nächst höhere Stufe kommt immer dann zur Anwendung, wenn auf der jeweiligen Stufe keine zufriedenstellende Schmerzlinderung erreicht werden kann. Nur bei wenigen Patienten (>10% ) werden die Tumorschmerzen mit den Medikamenten der Stufen 1-3 nicht ausreichend beherrscht, dann kommen minimal-invasive Verfahren zur Anwendung (Stufe vier des Who Stufenschemas):

Bei der Auswahl der Medikamente geht der Schmerztherapeut auf die Wünsche des Patienten ein und wählt das das für ihn am besten geeignete Präparat aus. Dabei werden individuelle Risiken durch Begleiterkrankungen, wie z.B. Leber - und Niereninsuffizienz, berücksichtigt.

Damit der Betroffene eine rund um die Uhr zuverlässige Schmerzfreiheit/Schmerzlinderung erreichen kann, ist die richtige Einnahme der Schmerzmedikamente nach einem festen Zeitschema („nach der Uhr“) wichtig.

Tumorschmerzen können sich als chronischer Schmerz und/oder als immer wieder auftretende akute Schmerzattacken manifestieren. Diese akuten Schmerzen oder Schmerzspitzen werden als „Durchbruchschmerz“ bezeichnet.

Der chronische Schmerz wird mit einem sogenannten Retard-/Verzögerungs-Präparat, zumeist einem retardiertem Opioid eingestellt.

Zur Behandlung von Durchbruchsschmerzen stehen inzwischen viele schnell anflutende Medikamente zur Verfügung, die dem Schmerztherapeut ermöglichen, das für den Patienten beste Präparat auszuwählen. Leidet der Patient unter Durchbruchschmerzen ist es wichtig, dass ihm neben der „Dauermedikation“ mit einem Retardopioid bei Schmerzspitzen zusätzlich eine Bedarfsmedikation mit einem schnell anflutenden Präparat zur Verfügung steht.

Gerne können Sie zur Abklärung, Beratung und Behandlung Ihrer Beschwerden einen Termin in der Sprechstunde eines Schmerzmediziners des Algesiologikum MVZ - Zentrum für Schmerzmedizin in Ihrer Nähe vereinbaren.

 

 

Kontakt

Tel.: +49 89 452445-10
Fax: +49 89 452445-411

mvz(at)algesiologikum.de
Alle Kassen, BG und Privat